Wohl niemand weiß um Tag und um die Stunde,
in der uns ruft der große mächt‘ge Geist
und dem bedingungslos es folgen heißt;
es reißt uns fort aus der geliebten Runde.
Dann stirbt die Zeit, uns bleibt auch kein‘ Sekunde,
wenn unser Band das silberne zerreißt;
was nicht gelebt war, das bleibt nun verwaist,
was nie gesagt, erstickt im toten Munde.
So lasst uns leben, lieben Tag um Tag;
wenn‘s erst zu spät ist, nutzt uns keine Klag',
wir leben jetzt, nicht gestern und nicht morgen.
Was gestern war, das ändert keiner mehr,
was künftig kommt, das weiß man nicht vorher,
wozu nur machen wir uns drüber Sorgen.
© Rita Keller 26.Januar